Ruinenstädte der Zukunft Teil 1
Memphis, Mohenjo-Daro, Teotihuacan, Pompeji, Babylon, Troja, alle diese Städte haben eins gemeinsam: Sie waren einmal pulsierende Weltstädte und sie sind alle untergegangen. Kriege, Naturkatastrophen und Völkerwanderungen ließen die antiken Megacitys verschwinden oder zu Geisterstädten werden, die allenfalls noch als touristische Attraktion und Forschungsareal eine Bedeutung haben. Doch so kann es auch unseren modernen Metropolen gehen. Das Forschungsinstitut Forbes hat eine Liste der zukünftigen Geisterstädte veröffentlicht.
Von 2600 bis 1700 vor Christus war Moenjodaro das Zentrum der Induskultur im heutigen Pakistan. Die bronzezeitliche Stadt war das New York oder das Hongkong der frühantiken Welt. Die Stadtentwicklung wurde wie in Babylon oder Memphis durch die Flussläufe begünstigt. Es wird angenommen, dass eine Wirtschaftskrise die Stadt ins Wanken brachte und dass sie durch einen feindlichen Angriff schließlich völlig zerstört wurde.
Können Millionenstädte verschwinden?
Nie wieder konnte sich die Frühmetropole erholen und verschwand im wahrsten Sinne des Wortes in der Versenkung. Dies könne laut Forbes auch Millionenstädten wie Mexiko-Stadt oder San Francisco passieren. Es sei natürlich schwer vorauszusagen, wann genau, weil zu viele Faktoren eine Rolle spielten und der Mensch heute wirkungsvoller eingreifen könne. Doch manche Städte sähen sich konkreten Bedrohungen gegenüber, die durchaus das Ende der jeweiligen Stadt noch in diesem Jahrhundert bedeuten könnten.
Neben den Naturkatastrophen seien vor allem wirtschaftlich bedingte Wanderbewegungen oft tödlich für eine Stadt. So führt Forbes auch die Ost-West-Flucht innerhalb Deutschlands an. Ähnlich wie in einigen Städten der beiden Dakotas und Kansas in den USA, flüchteten vor allem junge Leute, nicht nur aus ostdeutschen Dörfern, sondern auch aus den Städten.
Mexiko-Stadt sinkt immer tiefer
Es gebe bei den meisten Städten der Welt zwar eine starke Wachstumstendenz, so dass seit 2007 zum ersten Mal in der Weltgeschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben. Andererseits seien gewisse Städte konkret bedroht. So auch der 20-Millionen-Moloch Mexiko-Stadt. Die mexikanische Hauptstadt wachse zwar im Moment noch weiter, aber sie sinke immer tiefer.
Und zwar nicht im Sumpf der Korruption, das vielleicht auch, aber in diesem Fall wortwörtlich. Durch das Sinken wird der Grundwasserspiegel derart bedroht, dass er auszutrocknen droht. Damit wäre die Stadt, die an manchen Stellen schon neun Meter in den letzten hundert Jahren gesunken ist, am Ende ihrer Geschichte, die bis zur Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan zurückreicht, welche ja ebenfalls untergegangen ist; und zwar unter Mexiko-Stadt.
Dem Meer entgegenkommen
Ähnlich wird es wohl bald Banjul gehen, der ghanaischen Hauptstadt. Sie wird aller Wahrscheinlichkeit nach im Wasser versinken. Zum steigenden Meeresspiegel kommt noch ein Erosionsproblem dazu. Die Stadt kommt also dem herannahenden Meer zusätzlich entgegen. Ähnlich vom Klimawandel bedroht sind die Großstädte Alexandria in Ägypten, Tianjin in China, Jakarta in Indonesien und Bangkok in Thailand sowie Venedig, das ebenfalls dem steigenden Meer entgegensinkt.
Auf Sand gebaut?
Sind Städte wie Mexiko-Stadt, Banjul oder Venedig auf Sand gebaut? Halten die Untergründe das Gewicht nicht mehr aus? Von Berlin ist bekannt, dass es auf dem märkischen Sand steht und hier deshalb Wolkenkratzer nur bedingt gebaut werden können. Der Berliner Fernsehturm bekam deshalb extra ein Fundament, das praktisch den gesamten Alexanderplatz umfasst.
Versinkt Venedig mit einem riesigen Seufzer?
Venedig, die Stadt der Kanäle, wurde in den Schlamm gebaut und hielt dafür doch recht gut all die Jahrhunderte. Aber seit hundert Jahren beginnt die vielleicht schönste Stadt der Welt zu sinken und reckt sich damit ebenfalls dem steigenden Meer entgegen.
Immer öfter steht der Markus-Platz unter Wasser, wie man an einer Schautafel dort ablesen kann. Deshalb denken die Venezianer jetzt daran, diese einzigartige historische Stadt durch ein gigantisches Schleusenprojekt zu retten. Doch über die Erfolgsaussichten wird derzeit noch heftig gestritten. Neben den immensen Umweltschäden ist die Leistung der Schleusen, die erst 2014 fertiggestellt sein sollen, bis zu einer gewissen Höhe beschränkt. Das Absenken des Lagunenbodens konnte zwar gestoppt werden, aber keiner kann sagen, wie weit der Meeresspiegel noch steigen wird.
Fortsetzung folgt: Lesen Sie nächste Woche, welche andere italienische Stadt noch dem Untergang geweiht ist.








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